Donnerstag, 09. Mai 2019 08:50 Uhr

Großzügige Schenkung an die Hansestadt Warburg

Die Hansestadt Warburg freut sich über die Schenkung von gleich 58 Werken des Künstlers Hans Kohlschein (1879-1948). Symbolfoto: Tanja Sauerland

Warburg (red). Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln konnte im Museum im „Stern“ eine überaus erfreuliche Nachricht verkünden: Die Hansestadt Warburg freut sich über die Schenkung von gleich 58 Werken des Künstlers Hans Kohlschein (1879-1948). Dieser bedeutende Werkkomplex wurde durch den Düsseldorfer Augenarzt Dr. Kurt Schultze, einen Enkel des Künstlers, über einen längeren Zeitraum hinweg zusammengetragen. Ein Teil der Sammlung stammt aus direktem Familienbesitz, andere hat Dr. Schultze käuflich erworben. Der Schenkungsvertrag wurde am Mittwoch, 8. Mai, in Warburg unterzeichnet. Neben dem künstlerischen Wert der Arbeiten selbst ist es der enge Bezug von Hans Kohlschein zu Warburg, der diese Sammlung für die Hansestadt so wertvoll und interessant macht. Die Eltern von Hans Kohlschein stammten aus Warburg. Sein Vater Joseph Kohlschein (1841–1915) siedelte bereits in jungen Jahren nach Düsseldorf über, um dort als bedeutender Graphiker und Kupferstecher überregionalen Ruhm zu erlangen. 1884 wurde er zum Professor ernannt. Neben dem 1879 geborenen Hans wurden mit Josef d. J. (1884–1958) und Edmund Anton (1900–1996) insgesamt drei seiner Söhne Künstler. Obwohl diese in Düsseldorf aufwuchsen und die längste Zeit ihres Lebens dort verbrachten, gehörte Warburg und sein Umland aus Verbundenheit zur Herkunftsregion ihrer Eltern zu deren häufigen und beliebten Motiven. Nachdem Professor Hans Kohlschein 1943 in Düsseldorf ausgebombt worden war, zog er mit seiner Familie nach Warburg, in die Heimat seiner Eltern, und baute sich ein kleines Fachwerkhaus am Volkmarser Weg. Dort verbrachte er seine letzten Lebensjahre bis zu seinem Tod im Jahre 1948. Das Museum im „Stern“ besitzt bereits 11 Arbeiten von Hans Kohlschein. Diese kleine Sammlung erfährt durch die Schenkung von Dr. Schultze eine wesentliche Bereicherung. Der neue Bestand ermöglicht nun einen umfassenden und aufschlussreichen Überblick über das Oeuvre Hans Kohlscheins, da er Werke in verschiedenen Maltechniken aus allen Schaffensphasen unterschiedlicher Genres und Bildmotive enthält. So bieten die Zeichnungen, Aquarelle, Gouachen und sonstigen Graphiken neben akademischen Frühwerken auch Bilder aus Kohlscheins Zeit als Kriegsmaler während des Ersten Weltkriegs sowie Entwurfsskizzen für größere Öl- oder Wandgemälde. Unter diesen sind aus Warburger Sicht besonders die Vorstudien zum Abendmahlsbild im Arnoldihaus und zum Bild der ehemaligen Dominikanerkirche im Museum im „Stern“ bemerkenswert. Die in Öl oder Tempera ausgeführten, zum Teil großformatigen Werke haben vor allem Porträts, Genredarstellungen und Landschaften zum Thema. Die Motive aus Warburg und seiner Umgebung werden sicherlich besonders auf heimisches Interesse stoßen. Museen unter anderem in Berlin, Düsseldorf, Gelsenkirchen, Hameln, Holzminden, Kleve oder Mönchengladbach besitzen Werke Hans Kohlscheins. Durch die großzügige Schenkung Dr. Schultzes erhält des Warburger Museum im „Stern“ eine herausragende Stellung im Hinblick auf das Oeuvre des Künstlers. Um diesen umfangreichen Bestand angemessen lagern und präsentieren zu können, müssen im Museum im „Stern“ räumliche und technische Veränderungen durchgeführt werden. Sobald diese abgeschlossen sind, sollen die Werke der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Auch für diese baulichen Maßnahmen hat Dr. Schultze der Hansestadt Warburg nicht unerhebliche finanzielle Mittel überlassen.Das Schaffen Hans Kohlscheins wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach in Ausstellungen des Warburger Museums gewürdigt, so zum Beispiel 1998 zu seinem 50. Todestag mit einer umfassenden Einzelausstellung und 2015 im Kontext der Ausstellung über die Künstlerfamilie Kohlschein. Der aktuellen Schenkung war 2017 die Übergabe des großformatigen Hans-Kohlschein-Gemäldes mit dem Titel „Sieben Warburger“ vorausgegangen, das im Gymnasium Marianum einen angemessenen Platz gefunden hat.

 

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