Donnerstag, 13. September 2018 09:32 Uhr

Museum erhält Bürgermeister-Portrait aus dem 18. Jahrhundert

Um dieses bedeutsame Exponat reicher ist seit kurzer Zeit die Sammlung des Warburger Museums im „Stern“.

Warburg (red). Um ein bedeutsames Exponat reicher ist seit kurzer Zeit die Sammlung des Warburger Museums im „Stern“. Aus Familienbesitz wurde ihm ein großformatiges Porträt (Bildgröße 64,5 x 84 cm, Rahmen 82 x 102 cm) des Warburger Bürgermeisters Balthasar Philipp Rosemeyer (1714–1800) übergeben. Über acht Generationen war es in Familienbesitz, hat so manchen Ortswechsel und Umzug erlebt und ist nun es nach Warburg zurückgekehrt. Geschenkt wurde das Porträt dankenswerter Weise von Frau Gerda Lorek-Blau aus Kanzem in Rheinland-Pfalz. Über die Familienlinien Rosemeyer, Rochel und Blome war der Porträtierte einer ihrer Vorfahren. Balthasar Philipp Rosemeyer wurde am 11. Mai 1716 in Brakel geboren. Durch Heirat kam er nach Warburg. Am 9. Dezember 1740 erwarb er das Bürgerrecht. Wenige Wochen zuvor hatte er die Witwe Adolph Koch geehelicht. Drei Jahre später gewann er auch die Braugerechtigkeit. 1750 und 1751 war er Kämmerer der Altstadt, 1752 Weinherr. 1753 war er zum ersten Mal Bürgermeister für die Altstadt, noch weitere 13 Mal sollte er in dieses Amt gewählt werden. Rosemeyers erste Ehefrau starb während des Siebenjährigen Krieges, und er ging eine zweite Ehe mit Anna-Maria Spancken ein, aus der sieben Söhne hervorgingen. Beruflich widmete er sich der Kaufmannschaft, er handelte mit Gütern des täglichen Bedarfs und mit Wein. Außerdem war er Landwirt mit einem Grundbesitz von etwas mehr als 50 Morgen. Balthasar Philipp Rosemeyer starb im Jahre 1800. Sein erstes Haus am Altstädter Marktplatz (heutige Haus Nr. 19), in Warburg bekannt als Rosemeyersches Haus, ließ er 1746 errichten. 41 Jahre später kaufte er für beachtliche 2.000 Taler den „Stern“ in der Neustadt, das heutige Museums- und Archivgebäude. Verkäuferin war seine Nichte, die Wormelner Äbtisssin Humbelina Rosemeyer. Sein Haus in der Altstadt verkaufte er im folgenden Jahr an einen ehemaligen Nachbarn. Derartige Gemälde sollten das Andenken der Dargestellten für nachfolgende Generationen wachhalten. Das in Öl auf Leinwand gefertigte Porträt Rosemeyers ist nicht signiert, es dürfte im 3. Viertel des 18. Jahrhunderts entstanden sein. Die detaillierte kunstgeschichtliche Analyse steht noch aus, aber schon jetzt ist sicher, dass es sich um einen durchaus versierten Maler handelte. Rosemeyer ließ sich in fortgeschrittenem Alter porträtieren. Er trägt einen braunen Rock mit großen Knöpfen, ein weißes Hemd mit Rüschen, eine mit floraler Stickerei geschmückte Weste und eine kurze Perücke. In seiner linken Hand hält er eine Dose, in die er mit seiner rechten Hand greift. Solche Dosen dienten zur Aufbewahrung von damals noch kostspieligeren Genussartikeln wie Konfekt oder (Schnupf-)Tabak. Insgesamt sprechen Wohlhabenheit und bürgerliches Selbstbewusstsein aus diesem Porträt eines Warburgers, der in den schwersten Zeiten des 18. Jahrhunderts immer wieder in der politischen Verantwortung stand.

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