Mittwoch, 08. August 2018 15:13 Uhr

Gelebte Inklusion am Arbeitsplatz

Von links: Julian Mayer, Assistent der HPZ-Einrichtungsleitung, Andreas Schafmeister, Werkleiter Brauns-Heitmann, und Holger Schneider, Director Supply Chain. Foto: Tanja Sauerland

Warburg (tab). Das ist gelebte Inklusion am Arbeitsplatz: Die Warburger Firma Brauns-Heitmann unterstützt zwei Bewohner aus dem Heilpädagogischen Therapie- und Förderzentrum HPZ St. Laurentius-Warburg dabei, ihren Platz in der Arbeitswelt zu finden. Seit März 2015 werden Gregor Sasse und Kerstin Hermann in der Produktion des Warburger Traditions-Unternehmens im Industriegebiet beschäftigt. Sie haben somit die Möglichkeit, trotz Handicap aktiv am Arbeitsleben in der Industrie einer großen Firma teilzunehmen. Ihren Einsatzort haben Gregor Sasse und Kerstin Hermann entsprechend ihrer jeweiligen Fähigkeiten an sogenannten Schonarbeitsplätzen in der Sparte Dekorationsartikel gefunden. Als begleitende Betreuerin stellt Lydia Döring, Mitarbeiterin in der HPZ-Tagesförderstätte, während der Arbeitszeiten sicher, dass die erforderlichen Sicherheits-, Ergonomie- und Qualitätsstandards eingehalten werden. In den zurückliegenden zwei Jahren etikettierte Gregor Sasse immer montags von 8 bis 11 Uhr diverse Dekorationsartikel. Auch das Ein- und Umpacken gehörte zu seinen Aufgaben. Das Arbeiten an der Luftpolstermaschine wurde für ihn schnell zu seiner Lieblingsarbeit. Kerstin Hermann arbeitet seit Januar 2018 ebenfalls an einem Vormittag in der Woche bei Brauns-Heitmann. Sie kann es stets kaum erwarten, vor Arbeitsbeginn ihre Chipkarte zu scannen, die dokumentiert, dass sie auch pünktlich erschienen ist. Und ganz besonders freut sie sich darüber, am Monatsende eine eigene Lohnabrechnung zu bekommen. „Die Bewohner erleben an ihrem neuen Arbeitsplatz Strukturen, die sie im HPZ so nicht erfahren können, ein Leistungslohn gehört zum Beispiel dazu“, berichtet Julian Mayer, Assistent der Einrichtungsleitung: „Mit anderen Menschen außerhalb des gewohnten Umfeldes in Kontakt zu kommen, darum geht es bei diesem Projekt.“ Denn nicht nur der produktive, sondern auch der soziale Aspekt des Arbeitslebens ist ein wichtiger Faktor dieser Maßnahme. „Wirtschaftlicher Erfolg und die Übernahme sozialer Verantwortung schließen sich nicht aus“, betont Brauns-Heitmann-Geschäftsführer Stefan Kremin, und er fügt hinzu: „Wir als Unternehmen sehen uns in Sachen Inklusion in einer besonderen Verantwortung. Diese nehmen wir mit großer Freude wahr.“ Stefan Kremin erinnert sich an ein offenes und herzliches Miteinander - von Anfang an. „Wir konnten uns von Beginn an ohne Berührungsängste austauschen. Wir werden auch in Zukunft Menschen mit Behinderung eine berufliche Perspektive bieten“, zieht Stefan Kremin ein positives Fazit für das Unternehmen Brauns-Heitmann. Gregor Sasse und Kerstin Hermann benötigten bislang ausschließlich den Rahmen der Tagesförderstätte des HPZ. Mittlerweile arbeitet Gregor Sasse Vollzeit in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung an der Anton-Böhlen-Straße in Warburg. Dort werden auch Produktionsarbeiten für die Firma Brauns-Heitmann durchgeführt. 

Von links: Lydia Ilz, Elke Müller, Kerstin Hermann, Lydia Döring, Gregor Sasse und Rita Luft. Foto: Tanja Sauerland

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