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Sonntag, 26. April 2026 Mediadaten
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Rainer Mues, Vorsitzender des Vereins „Freundeskreis Synagoge Borgholz, stellte die Geschichte der Synagoge und die Ausstellung „Gruss aus Borgholz“ vor.

Borgholz (red). In der ehemaligen Synagoge von Borgholz steht derzeit nicht nur ein besonderes Gebäude im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie Erinnerung lebendig bleibt. Bei einer Veranstaltung der BI Lebenswertes Bördeland & Diemeltal ging es am Sonntag um Lokalgeschichte und jüdisches Leben im Kreis Höxter.

Einzigartiges Gebäude im Kreis Höxter

Die Synagoge Borgholz gilt als bauliche Ausnahme: Von einst 24 Synagogen und fünf Gebetsräumen im Kreis Höxter ist sie das einzige erhaltene Gebäude dieser Art. Rainer Mues, Vorsitzender des Vereins „Freundeskreis Synagoge Borgholz“, berichtete von der aufwendigen Sicherung und Sanierung.

Dass die Synagoge heute noch in Borgholz steht, ist einer Entscheidung aus der Kommunalpolitik zu verdanken: Vor rund 30 Jahren kaufte die Stadt das Gebäude und verhinderte damit Pläne, es vollständig in das Freilichtmuseum Detmold zu verbringen. Inzwischen wird die ehemalige Synagoge als Kultur- und Begegnungsort genutzt – für Ausstellungen, Konzerte und Versammlungen.

Erhalt bleibt Daueraufgabe

Der Erhalt des empfindlichen Gebäudes bleibt jedoch eine dauerhafte Herausforderung. Um den aktuellen Zustand langfristig zu sichern und Schäden am speziellen Putz zu verhindern, sind nach Schätzungen mindestens 150.000 Euro erforderlich.

Ausstellung zeigt Wandel des Dorfes

Parallel dazu zeigt eine Ansichtskarten-Ausstellung aus der Sammlung Norbert Vieth, wie stark sich Infrastruktur und Alltag in Borgholz verändert haben. Die Motive halten Geschäfte, Gasthäuser, Marktplätze und Straßenansichten fest und machen zugleich politische und gesellschaftliche Einschnitte sichtbar, etwa durch Umbenennungen im öffentlichen Raum.

Blick auf jüdisches Leben in der Region

Inhaltlich reichte der Blick weit über die Ortsgrenzen hinaus. Ein Vortrag von Christoph Reichardt, BI-Vorstand und Stadtheimatpfleger von Beverungen, zeichnete die Entwicklung jüdischer Gemeinden seit dem 19. Jahrhundert nach: von einer Blütezeit mit starker Verankerung im gesellschaftlichen Leben über Abwanderung und Anpassung bis zum Bruch ab 1933.

Boykotte, Auswanderung und schließlich Deportationen ab 1941 führten zur nahezu vollständigen Vernichtung jüdischen Lebens in der Region. Aus dem Kreis Höxter wurden den Angaben zufolge über 263 Menschen deportiert; nur etwa 20 kehrten zurück.

Öffnungszeiten der Ausstellung

Die Ausstellung in Borgholz ist noch bis zum 3. Mai geöffnet. Die Öffnungszeiten sind samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr.

Foto: Günter Schumacher

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