Warburg (red). Am Montag den 26. Januar um 19:00 Uhr liest die Warburger Schauspielerin Jutta Seifert aus dem neuen Buch von Aeham Ahmad „Der Docht“. Der Autor, eher bekannt als Pianist, wird die Lesung musikalisch begleiten. Veranstaltungsort ist die Begegnungsstätte der Zweiten Heimat Warburg e.V., Hauptstraße 45, Warburg.
Inhaltlich geht es um eine Frau, deren Familie 1949 aus Palästina nach Syrien fliehen musste. Sie selbst ist in Syrien geboren und kämpft im Schatten von Krieg, Unterdrückung und gesellschaftlicher Enge ums Überleben. „Das Schicksal meiner Protagonistin, ihrer Sehnsucht nach Freiheit, Würde und Menschlichkeit steht für unzählige andere Frauen, die ähnliches erleiden und fühlen!“ beschreibt der Daseburger Aeham Ahmad seine Intention. „Die Ich-Perspektive im Buch bewirkt, dass uns diese Gefühle unmittelbar nahekommen und berühren!“ ergänzt Jutta Seifert.
Die Frau, deren Name im Buch nicht genannt wird, wird bei einer Demonstration für Freiheit und Gerechtigkeit in Damaskus verhaftet und in ein berüchtigtes Foltergefängnis geworfen. „Dieses Schicksal haben zahllose andere Menschen in Syrien erlitten!“ ist es Aeham Ahmad wichtig zu betonen.
In der weiteren Geschichte geht es um den vergeblichen Versuch der ganzen Familie in Ägypten Fuß zu fassen. Schließlich entscheidet sich die Protagonistin allein in den Gaza-Streifen zu ziehen, obwohl sie sich der schwierigen Lage dort bewusst ist. Palästina ist in ihren Gedanken ihr „Heimatland“ in dem sie hofft, ihre Identität zu finden. Wird es ihr dort gelingen?
Das Buch ist keine leichte Lektüre. Es führt uns die Ungerechtigkeit gegenüber Frauen in einer Gesellschaft, die unfassbare Brutalität eines Regimes, die Entwurzelung von Menschen deutlich vor Augen. Aber es zeigt letztlich auch eine starke Frau, die trotz allem nicht aufgibt und sich immer wieder auf die Suche nach einem selbstbestimmten Leben macht.
Die Lesung wird musikalisch begleitet von Aeham Ahmad. Auch die Lektorin des Buches, Katrin Scheiding aus Volkmarsen, wird anwesend sein. Sie wird erzählen, wie sie dem Inhalt des Buches und der vom Arabischen geprägten bildhaften Sprache begegnet ist.
Deshalb erwartet die Besucher ein Abend nicht nur mit Lesung und Musik, sondern auch mit einer spannenden Diskussion. Der Eintritt ist frei, eine Spende ist willkommen.
Foto: Wendehals