Warburg (red). Die Partnerschaft für Demokratie der Hansestadt Warburg startet am 1. April die erste Ausschreibungsrunde für Demokratie- und Jugendprojekte. 55.000 Euro stehen bereit, um Initiativen zu unterstützen, die demokratische Teilhabe stärken, gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern und extremistischen Tendenzen vorbeugen. Gemeinnützige Vereine, Initiativen sowie Einzelpersonen in Zusammenarbeit mit einem gemeinnützigen Träger können bis zum 12. Mai Förderanträge bei der Koordinierungs- und Fachstelle einreichen.
Seit 2023 wird die Partnerschaft für Demokratie in Warburg über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert. In enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, zivilgesellschaftlichen Akteuren und der Kommunalpolitik setzt sich das Programm für ein lebendiges demokratisches Miteinander ein.
Stärkung demokratischer Grundwerte
Bürgermeister Tobias Scherf betont die Bedeutung der Initiative:
„Die geförderten Projekte tragen maßgeblich zur demokratischen Kultur in Warburg bei. Sie schaffen Räume für Austausch, gesellschaftliche Teilhabe und die Stärkung unserer demokratischen Grundwerte. Wir freuen uns darauf, auch in diesem Jahr wieder engagierte Initiativen zu unterstützen."
Die Warburger Partnerschaft für Demokratie zeige, wie engagiert sich Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt für Demokratie und Zusammenhalt einsetzen. „Die Vielzahl an erfolgreichen Projekten verdeutlicht, dass Demokratie vor Ort aktiv gelebt werden kann", unterstreicht der Bürgermeister.
Jetzt eigene Projekte einreichen: Fördermittel für 2025 verfügbar
Vom 1. April bis zum 12. Mai können Anträge für die dritte Förderperiode der Warburger Partnerschaft für Demokratie gestellt werden. Die Fördermittel stehen zur Umsetzung von Einzelmaßnahmen zur Verfügung. Gefördert werden Projekte, die die Handlungszeile des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ unterstützen:
- Demokratie fördern: Maßnahmen, die das Verständnis für demokratische Grundwerte wie Gerechtigkeit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte stärken und politische Teilhabe ermöglichen.
- Vielfalt gestalten: Projekte, die sich mit Diskriminierung oder gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit auseinandersetzen und die gesellschaftliche Vielfalt in Warburg fördern.
- Extremismus vorbeugen: Initiativen, die gegen Radikalisierung und Polarisierung wirken und Extremismus sowie demokratiefeindliche Haltungen verhindern.
Die geförderten Projekte können frühestens ab dem 1. Juni 2025 begonnen werden. Voraussetzung für den Projekt-Start ist der Erhalt des Zuwendungsbescheids, der vom Federführenden Amt an die Projektträger verschickt wird. Bis spätestens zum 31. Dezember 2025 müssen die Projekte abgeschlossen sein.
Semira Klenk übernimmt die Koordinations- und Fachstelle beim Verein für Völkerverständigung Warburg
Seit dem 17. Februar 2025 leitet Semira Klenk die Koordinations- und Fachstelle beim Verein für Völkerverständigung in Warburg. Sie bringt nicht nur berufliche Erfahrung sondern auch eine persönliche Geschichte mit, die sie tief mit ihrer neuen Aufgabe verbindet.
Eine persönliche Geschichte der Anpassung
Geboren in Bihać (Bosnien-Herzegowina) und mit zwei Jahren nach Deutschland gekommen, wuchs Semira Klenk in Süddeutschland mit dem Wunsch auf, nicht aufzufallen. „Meine Familie wollte, dass niemand merkt, dass wir nicht von hier sind“, erinnert sie sich. Sie habe früh gelernt, sich anzupassen – wisse aber auch, wie sehr man sich selbst dabei verlieren kann: „Ich weiß, wie es sich anfühlt, zwischen den Welten zu stehen“, resümiert Semira Klenk.
Die Suche nach Identität und Zugehörigkeit
Erst später begann sie, sich mit ihrer Herkunft auseinanderzusetzen – eine Reise, die sie über die systemische Beratung bis zu ihrem derzeitigen berufsbegleitenden Studium der Sozialen Arbeit führte. In ihrer Praxis in Höxter begleitet sie heute vor allem Familien, die – genau wie sie selbst – zwischen Herkunft, Erwartungen und dem Wunsch nach Zugehörigkeit ihren eigenen Weg suchen.
Visionen für mehr Verständnis und Miteinander
„Als ich vom Verein für Völkerverständigung hörte, hat mich allein der Name berührt“, erzählt Semira Klenk. „Ich wünsche mir, dass Menschen mit ihren Geschichten gesehen werden – nicht als Problem, sondern als Bereicherung für unser Miteinander.“ In ihrer neuen Rolle möchte sie Projekte unterstützen, Ideen vernetzen und Räume schaffen, in denen Vielfalt nicht nur toleriert, sondern als Stärke gefeiert wird. „Ich glaube daran, dass aus Begegnung Verständnis wächst – und aus Verständnis Verbindung. Genau dafür möchte ich mich einsetzen“, erklärt die neue Koordinatorin für Demokratie leben!.
Wertschätzung und Unterstützung durch die Stadt
Bürgermeister Tobias Scherf, der zugleich Vorsitzender des Vereins für Völkerverständigung ist, ergänzt, „Ich freue mich, dass der Verein für Völkerverständigung mit Semira Klenk eine so qualifizierte Mitarbeiterin gefunden hat, die sich mit ihrer vielfältigen Erfahrung sehr schnell und engagiert in die Aufgaben einarbeitet. So kann die herausragende Demokratie-Arbeit in der Hansestadt Warburg fortgesetzt werden und auch künftig zahlreiche Ideen, Projekte und Veranstaltungen rund um Vielfalt, Miteinander und Toleranz umgesetzt werden.“
Individuelle Beratung ab Förderjahr 2025
Zur individuellen Beratung bei der Antragstellung für das Förderjahr 2025 steht Semira Klenk nach Terminabsprache zur Verfügung.
Interessierte können sich gerne per E-Mail oder Telefon melden.
Kontakt:
Semira Klenk – Koordinations- und Fachstelle „Demokratie leben!“
E-Mail:
Telefon: 05641/ 92-1411
Foto: Stadt Warburg