Dienstag, 09. Juli 2019 10:44 Uhr

Ein Fest der Begegnung

Die Eheleute Ursula und Wolfgang Spiller aus Warburg haben mit ihrem Pflegesohn Peter das Laurentius-Fest besucht. Fotos: Tanja Sauerland

Warburg (tab). Im Heilpädagogischen Zentrum St. Laurentius in Warburg, einem Wohnangebot der Caritas Wohnen gGmbH Paderborn, ist am Sonntag das Patronatsfest gefeiert worden. 1.500 Besucher kamen zum großen Laurentius-Fest in den Stiepenweg. Zu den Gästen gehörten Ursula und Wolfgang Spiller aus Warburg. Sie sind die Pflegeeltern von Peter. Peter ist Autist und hat eine geistige Behinderung. Der 35-Jährige hat 25 Jahre lang bei den Spillers zu Hause gelebt. Vor vier Jahren ist er in eine Wohngemeinschaft der Caritas Wohnen eingezogen. „Wir haben Peter bekommen und ihn in unsere Familie aufgenommen, als er sechs Jahre alt wurde. Wir haben ihn von Anfang an geliebt“, erinnerten sich Ursula und Wolfgang Spiller. Regelmäßig besuchen sie ihren Pflegesohn. „Damit Peter uns anrufen kann, wann er will, hat er ein Handy bekommen“, sagte Wolfgang Spiller: „Wir wollten immer drei Kinder haben, konnten selbst aber nur zwei bekommen. Mit Peter ist unser Glück perfekt!“ Auch Matthias Braun aus Warburg hat am Sonntag mit seinem Sohn Tobias (19) das Fest besucht. Tobias lebt seit zwei Jahren am Stiepenweg. „Das Laurentius-Fest ist gleichzeitig ein Familien-, aber auch ein Nachbarschaftsfest. Es ist ein Fest der Begegnung“, betonte Karl-Heinz Vogt, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Caritas Wohnen gGmbH, in seiner Begrüßung. Los ging es am Vormittag mit einem Hochamt auf dem Festplatz vor dem Haus Bethlehem. Das Glaubensbekenntnis wurde in Gebärdensprache gebetet. Das Motto des Festes lautete: „Wir suchen das Antlitz Gottes.“ Und das erklärte Diakon Dr. Rainer Löb aus Hamm, der die Festpredigt hielt, so: „Das Wort Antlitz bedeutet: Das Entgegenblickende. Das Antlitz Gottes ist in jedem von uns und in jedem von uns sichtbar. In jedem Gegenüber können wir Gott sehen.“ Außerdem bestimmten kulinarische Angebote, Musik und Tanz sowie jede Menge Spiel- und Mitmach-Aktionen das Unterhaltungsprogramm. Ein besonderer Hingucker war ein sogenannter Wünschebaum. 88 Wünsche, die auf Herzen notiert waren, baumelten an den Zweigen - und warte(te)n darauf, erfüllt zu werden. Reiner wünscht sich beispielsweise, in einem Polizeiauto mit Sirene zu sitzen, Werner möchte einen Tag mit einem Hund verbringen, und Mike träumt davon, die Feuerwehr Warburg zu besuchen. Die jüngsten Besucher des Festes kamen beim Basketball, Kegeln und Schminken voll auf ihre Kosten. Geschicklichkeit und Wagemut war beim Bull Riding gefragt, Kreativität beim Mandala-Malen. Durstige konnten sich bei fruchtigen Cocktails eine kleine Pause gönnen. Erstmals kamen die „Sambistas“ aus Volkmarsen mit ihren Trommeln zum Laurentius-Fest. In der Aula begeisterten die Laurentius-Schüler mit einem Schwarzlichttheater auf der Bühne. Sie wurden mit viel Applaus bedacht. Musikalisch begleitet wurde der Festakt vom Spielmannszug aus Kleinenberg. Den ganzen Tag über galten familienfreundliche Preise. Der Erlös des Patronatsfestes kommt den Bewohnern in der Caritas Wohnen gGmbH zugute.

 

 Fotos: Tanja Sauerland

 

 

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