Cookie-Einstellungen

Wir verwenden Cookies, um Ihnen ein optimales Webseiten-Erlebnis zu bieten. Dazu zählen Cookies, die für den Betrieb der Seite und für die Steuerung unserer kommerziellen Unternehmensziele notwendig sind, sowie solche, die lediglich zu anonymen Statistikzwecken, für Komforteinstellungen oder zur Anzeige personalisierter Inhalte genutzt werden. Sie können selbst entscheiden, welche Kategorien Sie zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass auf Basis Ihrer Einstellungen womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

Essenziell

Diese Cookies sind für den Betrieb der Seite unbedingt notwendig und ermöglichen beispielsweise sicherheitsrelevante Funktionalitäten.

Statistik

Um unser Angebot und unsere Webseite weiter zu verbessern, erfassen wir anonymisierte Daten für Statistiken und Analysen. Mithilfe dieser Cookies können wir beispielsweise die Besucherzahlen und den Effekt bestimmter Seiten unseres Web-Auftritts ermitteln und unsere Inhalte optimieren.

Komfort

Wir nutzen diese Cookies, um Ihnen die Bedienung der Seite zu erleichtern.

Samstag, 03. April 2021 09:05 Uhr

Einfach selber machen: Wie 30 Dörfer die Corona-Pandemie aktiv gestalten

Kreis Höxter (r). Was macht die Menschen im Kreis Höxter so besonders? Statt sich zu beklagen, packen sie lieber beherzt zusammen an und gestalten ihre Zukunft. Einfach selber machen, lautet das Motto. So nutzen viele der 30 engagierten Dorfgemeinschaften, die am Projekt Dorf.Zukunft.Digital beteiligt sind, die Zeit des Corona-Lockdowns und erstellen mit hohem ehrenamtlichem Engagement ihre neue DorfPage, die mit einer Schnittstelle zur DorfFunk-App ausgestattet ist.

Das Dorf in der Hosentasche

Alles, was Vereine, Kirche, KFD oder die Landfrauen als Neuigkeit oder Veranstaltungshinweise einstellen, erscheint sofort als Pop-up-Nachricht auf dem Smartphone, über das mittlerweile auch viele ältere Menschen in den Dörfern verfügen. So sind auch Berufspendler, Urlauber, Studierende und Menschen, die sich wegen der Pandemie ins Private zurückgezogen haben, über das Dorfleben stetig informiert. Auch die bewährte Nachbarschaftshilfe lässt sich über den DorfFunk schnell und einfach mobilisieren, egal ob Unterstützung beim Einkauf, bei Fahrten zum Arzt oder bei der Bewältigung der Pandemie. Hier zeigen unsere Sorgenden Dörfer ihre Stärke, das solidarische Miteinander, das alle im Blick hat und niemanden alleine lässt.

In jedem Dorf gibt es sogenannte Kümmerer, für die sich bundesweit der Begriff Dorf-Digital-Experten eingebürgert hat. Zunächst lernten sie in VHS-Schulungen, die zumeist online stattfanden, das Content-Management-System WordPress und verlegten dann ihre Redaktionssitzungen einfach vom Dorfgemeinschaftshaus ins Netz und besprachen auf diesem Weg, wie das Dorfleben auf der jetzt modernen Website abgebildet werden soll.

Dörfer gestalten ihre Zukunft

So auch die Kümmerer aus Germete, dem staatlich anerkannten Luftkurort in der Nähe von Warburg, die nur wenige Wochen für die Erstellung ihrer DorfPage (ww.germete.de) und die Bekanntmachung im Ort benötigten. Sie gibt nicht nur einen guten Überblick über das lebendige Dorf- und Vereinsleben, sondern bietet Besuchern viele nützliche Informationen über die Sehenswürdigkeiten und touristischen Angebote. Das Redaktionsteam trifft sich einmal die Woche online, um gemeinsam Verbesserungen und Erweiterungen der DorfPage vorzunehmen. Die DorfFunk-App wird bereits gut genutzt, allein 155 Nutzer haben sich die App heruntergeladen und funken begeistert mit.

Zum Vergleich: Bei den Bürgern aus Ovenhausen brummt das Smartphone in der Hosentasche bereits seit 2018 und im letzten Jahr noch häufiger als sonst. Kaum waren die Corona-Verordnungen der Stadt Höxter erlassen, da wusste die Bevölkerung von Ovenhausen über den DorfFunk bereits Bescheid und konnte gleich reagieren. Auch über die Rückkehr der Störche weiß Jeder schnell Bescheid. Fast 700 Einwohner und alle 440 Haushalte nutzen den DorfFunk heute, was bei einer Einwohnerzahl von 1050 eine gute Quote ist, denn Apps gibt es wie Sand am Meer. Erfolgreich sind nur die, bei denen es eine kritische Masse an Nutzern gibt.

Borgholz hat acht Wochen nach der Einführung bereits 259 DorfFunk-Nutzer und berichtet stolz, dass sich mehr als 700 Besucher bereits die neue DorfPage (www.borgholz.de) angesehen haben, die mit einer prall gefüllten Dorf-Chronik punktet. Auch die Gewebetreibenden finden neben den zahlreichen Vereinen ihren Platz. Mit Elan arbeitet das Redaktionsteam an zusätzlichen Angeboten. Fast täglich gibt es neue Meldungen, so auch über den Besuch des Bundestagsabgeordneten Christian Haase am 31.03.2021, der sich mit den Dorf-Digital-Experten vor Ort über ihr Engagement im Projekt Dorf.Zukunft.Digital austauscht.

Auch Ottenhausen (www.ottenhausen.de) freut sich auf das digitale Dorf in der Tasche, so dass jeder weiß, was im Ort aktuell los ist. Die neue DorfPage geht am 01.04.2020 online. Der Clou: An der Entstehung konnten Bottom-up alle Interessierte im Dorf mitwirken. Dies zu koordinieren war nicht immer einfach, aber ist Beleg für das gute Miteinander der Menschen im Ort. Und wenn der beliebte Bauernmarkt wieder stattfinden kann, können die neuen Online-Kanäle dazu genutzt werden, um die zahlreichen Besucher frühzeitig über alle Aktivitäten und Attraktionen zu informieren.

Der Effekt: Es gibt zahlreiche Anfragen der Kommunen und anderer Dörfer im Kreis Höxter, die lieber heute als morgen auch den DorfFunk zusammen mit einer DorfPage nutzen möchten.

Ausblick

Und womit beschäftigen sich die Dorf-Digital-Experten als nächstes, da ein erneuter Corona-Lockdown im Gespräch ist? Über die Deutsche Stiftung für Engagement und Engagement als Fördermittelgeber erhielten alle 30 Dörfer einen HD-Camcorder mit Zubehör und 5 Selbstlern-Tutorials, um selbst spannende Dorfgeschichten für die digitale Dorf-Chronik aufzunehmen. Gerade ältere Mitbürger haben anhand alter Fotos und Postkarten viel zu erzählen und freuen sich, wenn ihre Erinnerungen nicht nur bewahrt, sondern auch für junge Menschen multimedial aufbereitet werden. Unseren digitalen Dörfern wird also nicht langweilig werden, ganz nach dem Motto des Bundespräsidenten: Zukunft muss man nicht erleiden, wir können sie gestalten.

Die Dörfer im Kreis Höxter machen vor, wie es geht: Die digitale Vernetzung bringt die Welt ins Dorf und das „digitale Dorf in der Tasche“ stärkt das Miteinander und die Gemeinschaft vor Ort. Unsere Gesellschaft wird eine andere sein, wenn die Krise überwunden ist, aber schon jetzt ist klar. Digitale Kommunikation wird unseren Alltag und Arbeitsleben zunehmend prägen und bereichern: Wie gut, dass unsere Dörfer schon heute gut gerüstet sind.

Foto: 

Dorf.Zukunft.Digital (DZD): VHS-Zweckverband Diemel-Egge-Weser

Sag's deinen Freunden:
Top 5 Nachrichten der Woche
zum Anfang