Warburg (red). Mit dem Neubau des Waldbads entsteht in der Hansestadt Warburg derzeit eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte der jüngeren Stadtgeschichte. Am „Tag der offenen Baustelle“ besteht für alle Interessierten die Gelegenheit, sich selbst ein Bild vom aktuellen Baufortschritt und der Dimension des Projekts zu machen, Fragen zu stellen und eine gute Zeit zu verbringen.
Das neue Waldbad Warburg ist eng mit der Entwicklung der Laurentiushöhe verbunden – einem neuen, inklusiven und generationenübergreifenden Stadtquartier, das das Gelände des bisherigen Heilpädagogischen Zentrums St. Laurentius (HPZ) einbezieht. Als Projekt der REGIONALE 2022 „UrbanLand“ wurde die Laurentiushöhe als besonders zukunftsweisendes Stadtentwicklungsprojekt ausgezeichnet.
Geplant sind unterschiedliche Wohnformen für Familien, Singles, Paare und Seniorinnen und Senioren sowie großzügige Grün- und Freiflächen, die zum Aufenthalt und zur Begegnung einladen. Das Neue Waldbad wird damit weit mehr als ein Ort zum Schwimmen sein. Es stärkt die Lebensqualität für alle, ermöglicht Schulschwimmen und Vereinsangebote vor Ort und trägt dazu bei, die Laurentiushöhe als lebendiges Quartier mit hoher Aufenthalts- und Lebensqualität weiterzuentwickeln. Gemeinsam mit den Angeboten des HPZ und den geplanten Freiräumen entsteht so ein Umfeld, das Teilhabe fördert, Menschen zusammenbringt und die Verbindung zwischen dem Warburger Stadtkern und dem HPZ St. Laurentius nachhaltig stärkt.
Teilhabe und Gemeinschaft im Mittelpunkt
„Mit der Laurentiushöhe entsteht ein Quartier, in dem Inklusion gelebt wird“, erklärt Matthias Schmidt, Geschäftsführer Caritas Wohnen im Erzbistum Paderborn gGmbH für das Heilpädagogische Zentrum St. Laurentius.
„Unser Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen mit und ohne Beeinträchtigung selbstverständlich zusammenleben, sich begegnen und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können“, so Schmidt weiter.
Dabei gehe es vor allem um Gemeinschaft und Miteinander:
„Das neue Waldbad ist hierfür ein wichtiger Baustein. Es wird ein Ort der Begegnung für Menschen aller Generationen sein und dazu beitragen, Inklusion im Alltag erlebbar zu machen. Solche Orte sind wichtig, weil sie den Zusammenhalt stärken und gelebte Teilhabe ganz selbstverständlich fördern“, fasst der Geschäftsführer der Caritas Wohnen im Erzbistum Paderborn gGmbH für das Heilpädagogische Zentrum St. Laurentius zusammen.
Bedeutende Meilensteine seit dem Baustart
Im Oktober 2024 begannen mit dem Rückbau des alten Waldbads die Arbeiten für das neue Freizeit- und Sportbad. Einen wichtigen Meilenstein markierten im November 2024 die Übergabe des EFRE-Fördermittelbescheids und der symbolische erste Spatenstich. Nach Abschluss der Abbrucharbeiten Ende Januar 2025 starteten die Erd- und Rohbauarbeiten sowie der Bau der ersten Beckenanlagen.
Bereits zur Grundsteinlegung im Mai 2025 waren große Teile des Hallenbadrohbaus fertiggestellt. In den folgenden Monaten nahm das Projekt sichtbar Gestalt an: Wände und Decken entstanden, Technikbereiche wurden gebaut und die Beckenanlagen schritten weiter voran. Mit dem Richtfest am 14. Januar 2026 wurde ein weiterer bedeutender Meilenstein erreicht.
Die zeitweilig schwierigen Witterungsbedingungen mit Schnee und Frost haben den Bauablauf beeinträchtigt.
Nach dem starken Winter konnten die Arbeiten unvermindert fortgesetzt werden.
Aktueller Stand der Bauarbeiten (Juni 2026)
Seit Ende Mai 2026 sind die Rohbauarbeiten am Neuen Waldbad abgeschlossen. Damit ist ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Fertigstellung erreicht. Derzeit konzentrieren sich die Arbeiten auf den technischen Ausbau des Gebäudes. Die Fachunternehmen sind aktuell mit den Gewerken Sanitär, Heizung, Lüftung und Badewassertechnik beschäftigt und schaffen damit die Voraussetzungen für den späteren Betrieb des Bades.
Parallel dazu laufen die Dachdeckerarbeiten, sodass das Gebäude Schritt für Schritt weiter vervollständigt wird. Mit dem Abschluss des Rohbaus und den nun laufenden Ausbauarbeiten wird der künftige Charakter des Neuen Waldbads immer deutlicher sichtbar.
Insgesamt werden rund 2.000 Kubikmeter Beton und etwa 345 Tonnen Baustahl verbaut, damit in Warburg ein modernes und inklusives Freizeit- und Sportbad für kommende Generationen entsteht.
Gebündelte Förderkraft von Bund, Land und Europäischer Union
Das Neue Waldbad ist mit rund 26,7 Mio. € die größte Investitionsmaßnahme in der Geschichte der Hansestadt. Unterstützt wird das Projekt durch umfangreiche Fördermittel von EU, Land und Bund: Über 10 Millionen Euro stammen aus einer Zuwendung der Europäischen Union aus dem EFRE/JTF-Programm NRW, weitere 6 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ (SJK 2022).
Starke Unterstützung auf Landesebene
„Wir haben seitens der Hansestadt Warburg alle Anstrengungen unternommen, damit das Neue Waldbad zukunftsorientiert geplant und finanziert werden konnte. Wir sind dankbar für die starken Partner an unserer Seite, die den gemeinsamen Erfolg ermöglicht haben“, erklärt Bürgermeister Tobias Scherf. „Neben Bauministerin Ina Scharrenbach und Wirtschaftsministerin Mona Neubauer sowie der Bezirksregierung in Detmold, unserem heimischen Bundestagsabgeordneten Christian Haase, ist hier der Landtagsabgeordnete Matthias Goeken zu nennen, der in Düsseldorf dafür Sorge trug, dass die Bedeutung des Projektes auch in der Landeshauptstadt gesehen wurde. Ich danke den heimischen Abgeordneten sowie den Fördermittelgebern aus Bund, Land und Europäischer Union. Ohne diese Unterstützung wäre ein Projekt dieser Größenordnung für unsere Stadt kaum umsetzbar gewesen“, betont der Bürgermeister.
Der Neubau zeige eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Kommunen, Ehrenamtliche und Politik gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Er stehe für die positive Entwicklung unserer Heimat und für das Vertrauen in die Zukunft unserer Region. „Ich bin überzeugt, dass das Waldbad viele Menschen begeistern und über Generationen hinweg ein Gewinn für Warburg und das gesamte Umland sein wird“, so Tobias Scherf.
Investition in Lebensqualität, Sport und Sicherheit
Matthias Goeken ist es wichtig, dass sich der Kreis Höxter und die Hansestadt Warburg positiv entwickeln können und solche herausragenden Projekte überhaupt möglich sind: „Es freut mich sehr, dass wir mit dem Neubau des Waldbades in Warburg ein wichtiges Zukunftsprojekt für unsere Region verwirklichen können. Als Landtagsabgeordneter habe ich dieses Vorhaben gerne unterstützt, weil es weit mehr ist als eine Investition in ein Schwimmbad. Hier entsteht ein Ort der Begegnung, der Bewegung und des Miteinanders – für Kinder, Familien, Vereine und alle Bürgerinnen und Bürger.
Besonders wichtig ist mir dabei die Förderung des Schwimmens. Schwimmen zu können bedeutet Sicherheit, Gesundheit und Teilhabe. Deshalb sind moderne und attraktive Schwimmbäder ein unverzichtbarer Bestandteil unserer öffentlichen Infrastruktur. Das neue Waldbad bietet dafür beste Voraussetzungen und stärkt zugleich den Schul- und Vereinssport.
Ein Projekt, das von Zusammenarbeit lebt
Leander Sasse, Geschäftsführer der Stadtwerke GmbH, unterstreicht, dass der enge Austausch zwischen allen Beteiligten ein zentraler Baustein für die erfolgreiche Entwicklung dieses Projekts war: „Mein besonderer Dank gilt den Beschäftigten der Stadt und der Stadtwerke sowie den beteiligten Planern, Fachbüros und Unternehmen, die dieses Großprojekt seit Beginn mit großem Engagement begleiten“, erklärt der Geschäftsführer der Stadtwerke Warburg.
„Bei einem Bauvorhaben dieser Größenordnung bleiben Herausforderungen nicht aus“, resümiert er. Umso mehr schätze er, dass „alle Beteiligten gemeinsam an einem Strang ziehen und das Neue Waldbad mit großem Einsatz voranbringen“.
EU-Förderung stärkt die Zukunft der Region
Dr. Stefan Lock, Leiter der EU-Regionalvertretung für Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland betont: „Das neue Waldbad in Warburg ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie europäische Förderung konkrete Projekte in den Regionen unterstützt. Die EU leistet mit über 10 Millionen Euro einen wichtigen Beitrag zu einem Vorhaben, das an den Bedarfen der Menschen vor Ort ansetzt und die öffentliche Infrastruktur der Hansestadt Warburg nachhaltig stärkt. Mit dem neuen Waldbad werden Schwimmen, Schul- und Vereinssport sowie Freizeitangebote an einem Ort zusammengeführt. Damit schafft die Kommune auch ein sichtbares Zeichen der EU-Strategie zum ‚Bleiberecht‘, bei der alle Europäer an dem Ort, den sie ihr Zuhause nennen, bleiben und ihre Zukunft gestalten können. Es geht darum, europäische Regionen und Kommunen attraktiv und lebenswert für ihre Bürgerinnen und Bürger zu halten und zukunftsweisend weiter zu gestalten.“
Foto: Stat Warburg