Samstag, 01. Juni 2019 10:22 Uhr

Suchthelfer im Erfahrungsaustausch

Ein seltenes Bild: Beim vorigen Treffen der Leiter der Selbsthilfegruppen Sucht des Kreises Höxter im Rathaussaal der Stadt Willebadessen stellten sich die Akteure dem Fotografen.

Kreis Höxter (red). Die ehrenamtliche Arbeit der Selbsthilfegruppen Sucht im Kreis Höxter ist eine vertrauliche Angelegenheit. Jede Woche treffen sich in zehn Städten des Kreisgebietes Suchtgefährdete oder bereits abhängig erkrankte Mitbürger, um im Kreis Gleichgesinnter ihren fürderhin abstinenten Lebenswandel zu üben und alle denkbaren Möglichkeiten zu erörtern, die einem Rückfall in die aktive Suchtphase vorbeugen. Um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben, treffen sich die Gruppenverantwortlichen der Selbsthilfegemeinschaften unter der thematischen Federführung der Sucht und Drogenberatung Brakel einmal pro Quartal zum Gedankenaustausch und zur Weiterbildung jeweils in einer anderen Stadt des Kreises Höxter. Für das nächste Treffen lädt die Steinheimer Selbsthilfegruppe für Montag, 3. Juni, 18:30 Uhr, in die Emmerstadt ein. Das Beratungszentrum der Caritas in Brakel ist eine besondere Einrichtung. Seit dem 1. Oktober 1973 stehen nach einem erstmals in Deutschland realisierten holländischen Modell  am Kirchplatz in der Nethestadt vier soziale Dienste unter einem Dach Hilfesuchenden zu Verfügung. „Einer dieser Dienste ist die Sucht- und Drogenberatung“, erläutert Joachim Werth, der fast 38 Jahre – davon viele Jahre in leitender Position -  für die Belange der Suchtgefährdeten oder bereits chronisch Abhängigkeitserkrankten dort tätig war. Und dass die Selbsthilfearbeit als logische Fortsetzung aller temporären Maßnahmen von Beratung, Entgiftung und Therapie von enormer Wichtigkeit für das Wohlergehen der Betroffenen ist, haben die Verantwortlichen im BZ Brakel schon frühzeitig erkannt. Nachdem die ersten Gesprächsabende noch im St. Josef Krankenhaus mit Akutpatienten durchgeführt wurden, gründete sich die erste externe Selbsthilfegruppe Sucht dann in Steinheim. „Dabei“, so Joachim Werth, „haben der Kollege Dieter Riekermann und ich auf die Ertüchtigung und Ausbildung der Gruppenleiter größten Wert gelegt“. Zwischenzeitlich gibt es im Kreis Höxter zehn Selbsthilfegruppen Sucht der unterschiedlichsten Provenienz, die sich beileibe nicht nur mit der Volksdroge Alkohol beschäftigen. Spiel- und Onlinesucht, Medikamentenabhängigkeit und der exzessive Konsum von Cannabis gehören zum weitgefächerten Tätigkeitsbereich der Gruppen. Joachim Werth: „Suchtberatung, Therapie und die zeitlose ehrenamtliche Arbeit der Selbsthilfegruppen sind gleichwertige Elemente für eine erfolgreichen Suchtbehandlung“.   

 

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