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21.02.2017 - 09:38 Uhr

Evangelische Kirche entwidmet

Willebadessen (ekp/wels). „Kirche wird nicht durch ein Gebäude konstituiert, sondern durch Gottes Wort“, erinnerte Pfarrerin Patrizia Müller zu Beginn des Gottesdienstes, der anlässlich der Entwidmung der Evangelischen Kirche in Willebadessen (Lange Wiese) am 19. Februar gefeiert wurde. Fast 100 Gemeindemitglieder aus allen Teilen der Evangelischen Kirchengemeinde Altkreis Warburg nahmen an diesem letzten Gottesdienst in der kleinen, 1957 erbauten Kirche teil.

In die Erinnerungen an die vielfältigen Erlebnisse in dieser Kirche in fast 60 Jahren schloss Pfarrerin Müller auch „Trauer und Wehmut“ angesichts der jetzt notwendig gewordenen Schließung ein. Die gute Nachricht war: „Der Gottesdienst bleibt vor Ort in Willebadessen.“ Und die Kirche bleibt äußerlich unverändert bestehen. Sie wird zukünftig von den neuen Besitzern als Atelier und Ausstellungsraum genutzt. Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor aus Herlinghausen, von Klaus Niggemann (Orgel, Klavier) und Ralf Filker (Gitarre) mit gefühlvollen, aber auch aufmunternden Liedern begleitet.

Nach der Predigt von Pfarrer Karl-Ludwig Wendorff folgte der Umzug in Form einer Prozession unter anderem mit Osterkerze, Lesepult, Taufschale und Altarkreuz ins benachbarte, 1989 erbaute Gemeindehaus. Dort feierte unter anderem Superintendent Volker Neuhoff mit der Gemeinde Abendmahl und fand Worte des Trostes: „Dieser Weg war für manche für uns ein schwerer Weg. Wir sind diesen Weg nicht allein gegangen. Gottes Liebe hilft uns, diese notwendigen Schritte zu gehen.“

Im Gemeindehaus Willebadessen wird der Gottesdienst - wie bisher - im 14-tägigen Wechsel mit Peckelsheim stattfinden. Zudem bietet es ausreichend Platz für andere Gemeindeaktivitäten und -gruppen. Der kleine Neubau neben der Trinitatiskirche in Peckelsheim mit Sakristei, Teeküche und Gruppenraum hat wiederum dort weitere Perspektiven geschaffen, nachdem hier Pfarrhaus und Gemeindehaus verkauft wurden. Die Orgel aus der Kirche in Willebadessen wird noch abgebaut und im Gemeindehaus wieder aufgebaut. Damit zukünftig auch die Glocken wieder läuten, ist der Bau eines kleinen, aus Spenden finanzierten Glockenturms geplant.

„Mit dem Bau der Kirche war die Gemeinde hier, im katholisch geprägten Willebadessen, angekommen“, so Pfarrer Karl-Ludwig Wendorff in seiner Predigt. Darin ging er auf die durch Flüchtlinge und Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg geprägte Geschichte der Gemeinde ein. Der Kirchenbau sei eine Geste der Nähe für diese Menschen in der Diaspora gewesen. „Sie stärkte die Gemeinde, dafür sind wir dankbar“, sagte Wendorff. Der Bau des Gemeindezentrums 1989 „sollte die Gemeinschaft der Evangelischen festigen und fördern. Die Auslastung blieb hinter den Erwartungen zurück“, so Wendorff. Die jetzige „Kompromisslösung“ zeige: „Die Gemeinde in Willebadessen ist klein, aber sie ist kein Auslaufmodell.“

Hintergrund: Aufgrund sinkender Gemeindegliederzahlen in der ehemaligen Evangelischen Kirchengemeinde Peckelsheim (mit Willebadessen) wurde hier zuletzt nur noch eine gemeinsame halbe Pfarrstelle bewilligt. Einsparungen an Gebäuden und Sachkosten wurden von Landeskirche und Kirchenkreis empfohlen. Denn die kleine Gemeinde, die nach der Vereinigung im Jahr 2015 Teil der neuen Evangelischen Kirchengemeinde Altkreis Warburg ist, konnte zwei Kirchen und zwei Gemeindehäuser nicht weiter finanzieren. Das Presbyterium hatte daraufhin den Beschluss gefasst, keinen Gemeindestandort aufzugeben, sondern in Willebadessen und Peckelsheim präsent zu bleiben.


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