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Sonntag, 15. April 2018 06:00 Uhr

Riesiger Bedarf nach Umweltbildungsangeboten im Wald

Die Bilanz der Waldjugendspiele in Nordrhein - Westfalen weist seit inzwischen 13 Jahren kontinuierlich über 35.000 teilnehmende Grundschulkinder auf. In 2017 waren es exakt 36.903 Kinder aus 1.619 Schulklassen. Auf der Abschlussveranstaltung am 13. April im Besucherzentrum des Landtags in Düsseldorf konnte Landtagspräsident Andre Kuper voller Stolz darauf verweisen, dass in seinem Heimatkreis Gütersloh seit nunmehr 15 Jahren Waldjugendspiele angeboten werden und im letzten Jahr über 2.000 Kindern ein solcher Walderlebnistag ermöglicht werd en konnte. „Diese Zahlen machen zugleich aber auch deutlich, wie groß der Bedarf nach Umweltbildungsangeboten im Wald ist“ , betonte der Landtagspräsident.

„Der Wald ist alles: Heimat, Spielplatz, Holzlieferant und vor allem Lebensraum für Tiere und Pflan zen . Die Waldjugendspiele sind ein pädagogisch überaus geeignetes Instrument, um spieleri sch Wissen und Erfahrungen zu vermitteln und damit ein positives Naturverständnis in unserer Jugend zu wecken “, sagte Umweltministerin Christina Schulze Föcking, die i m Landtag Schülerinnen und Schülern aus Greven, Overath und Iserlohn mit Urkunden für ihre erfolgreiche Teilnahme an den Waldjugendspielen auszeichnete. Die Ministerin bedankte sich nachdrücklich bei allen Försterinnen und Förstern sowie ehrenamtlichen He lfern für ihr außerordentliches Engagement

„Am Beispiel des Waldes lässt sich besonders gut darstellen, dass eine naturverträgliche, nachhaltige Nutzung und der Schutz unseres Lebensraumes miteinander vereinbar sind. Deshalb ist es so wichtig, unsere Kinder mit dem Wald vertraut zu machen“ stellte die SDW - Landesv orsitzende Marie - Luise Fasse die Besonderheit des Lernort es Wald heraus.

Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW, verwies auf die vielfältigen Umweltbildun gsangebote : „Mit 5 Jugendwaldheimen, 8 Infozentren und waldpädagogischen Einrichtungen, den barrierefreien Angeboten im Nationalpark Eifel sowie dem Ranger - Programm im Sauerland ist Wald und Holz NRW gerade im ländlichen Raum der bedeuten d ste Umweltbildungs akteur in Nordrhein - Westfalen“.

Hauptakteure des Tages ware n drei Schulklassen aus Greven, Overath und Iserlohn . Diese wurden zu vor stellvertretend für die über 1.600 Klassen aus ganz Nordrhein - Westfalen, die an den Waldjugendspielen teilgenommen hatten, ausgelost. Als zusätzliches Bonbon dürfen sich die Kinder noch auf einen eintägigen Ausflug in Einrichtungen des Landesbetriebes Wald und Holz freuen: Mit dem Ranger in den Nationalpark Eifel, zum Erlebnistag in das Waldinformationszentrum Hammerhof (Kreis Höxter) oder in das Waldpädagogische Zentrum nach Wuppertal - Burgholz.

Waldjugendspiele gibt es in Nordrhein - Westfalen bereits seit 1977. Sie finden jährlich zumeist im September/Oktober statt und werden vorzugsweise mit den 3. u nd 4. Klassen im Grundschulbereich durchgefüh rt. Auf einem etwa 2 km langen Parcours mit 10 bis 15 Stationen sollen die Kinder mit Geschick, Beobachtungsgabe und detektivischem Spürsinn bestimmte Aufgaben lösen, die sich im Zusammenhang mit dem Ökosystem Wald stellen. Im Mittelpunkt stehen dabei das Naturerlebnis und das spielerische Erarbeiten von Einblicken in natürliche Zusammenhänge des Ökosystems Wald.

Die erschreckenden Ergebnisse der im Jahr 1998 von der Universität Marburg im Auftrag der SDW durchgeführten Studie „Lila Kuh“ über das Ausmaß de r Naturentfremdung unserer Jugend haben SDW und Wald und Holz NRW veranlasst, im Frühjahr 1999 eine gemeinsame Initiative zur Förderung von Waldjugendspielen zu starten. Mit der „Aktion Waldjugendspiele“ konnten die Teilnehmerzahlen innerhalb weniger Jahre mehr als vervierfacht werden.

Die Entwicklung der Teilnehmerzahlen im Überblick:

1998 = 9.690 Kinder aus 420 Klassen

1999 = 13.529 Kinder aus 519 Klassen

2000 = 16.705 Kinder aus 716 Klassen

2001 = 22.661 Kinder aus 971 Klassen

2002 = 31.185 Kinder aus 1.323 Klassen

2003 = 31.593 Kinder aus 1.361 Klassen

2004 = 32.666 Kinder aus 1.399 Klassen

2005 = 35.865 Kinder aus 1.533 Klassen

2006 = 39.190 Kinder aus 1.675 Klassen

2007 = 32.707 Kinder aus 1.409 Klassen

2008 = 34.053 Kinder aus 1.484 Klassen

2009 = 39.246 Kinder aus 1714 Klassen

2010 = 44.174 Kinder aus 1.967 Klassen

2011 = 40.978 Kinder aus 1.772 Klassen

2012 = 41.352 Kinder aus 1.778 Klassen

2013 = 40.494 Kinder aus 1.786 Klassen

2014 = 39.033 Kinder aus 1.693 Klassen

2015 = 36.543 Kinder aus 1.59 3 Klassen

2016 = 36.787 Kinder aus 1.609 Klassen

2017 = 36.903 Kinder aus 1.619 Klassen

Foto: Gerhard Naendrup, SDW Landesverband NRW e.V.

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