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Donnerstag, 12. April 2018 06:30 Uhr

CDU Frauen engagieren sich vor Ort - Podiumsdiskussion zum Thema „Herausforderungen der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum

Kreis Höxter (r). „Im Rahmen unserer Aktion „Ich kaufe hier ein, damit meine Stadt lebt“, mit der wir im Dezember 2017 den Blickwinkel auf die Probleme unserer Einzelhändler und Apotheker vor Ort gelenkt haben und gleichzeitig Sie als Kunde dazu animieren möchten, vor Ort einzukaufen, haben wir einige gute und konstruktive Gespräche geführt, auf die wir in diesem Jahr mit Folgeveranstaltungen aufbauen werden“, so die einleitenden Worte der Kreisvorsitzenden der Frauen Union Viola Wellsow. „Der ländliche Raum und dessen Förderung liegt uns CDU-Frauen sehr am Herzen, deshalb freuen wir uns, dass wir heute Abend das Thema der Zukunft, insbesondere bei uns im Kreis Höxter zusammen mit unseren Gästen diskutieren werden.

Als Diskussionspartner standen an dem Abend der CDU Bundestagsabgeordneten, KPV-Bundesvorsitzenden und kommunalpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Christian Haase, Thomas Rochell, Apotheker und Bezirksgruppensprecher des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL), Dr. med. dent. Sabine Griewel, Zahnärztin mit Praxis in Höxter, Corins Warnecke, Leiterin des Ambulanten Pflegeteams Warnecke in Beverungen und einer Wohngemeinschaft für Personen mit Intensivpflege- bzw. erhöhtem Betreuungsbedarf und Dr. Ute Knauer, 

Allgemeinmedizinerin aus Beverungen, zur Verfügung.

Die anwesenden Gäste waren übereinstimmend der Meinung, dass es um den medizinischen Nachwuchs im ländlichen Raum schlecht bestellt ist. Das liegt vor allem an der fehlenden Attraktivität, der schlechteren Bezahlung und den mangelnden Aufstiegschancen. Hier zu Lande ausgebildete Akademiker nehmen lieber lukrative Angebote im Ausland an. Abhilfe könnte z.B. eine Reform bringen, die eine Zulassungsbeschränkung für Großstädte und eine Bevorzugung beim Zugang zum Medizinstudium für angehende Landärzte vorsieht, so Dr. Sabine Griewel und Dr. Ute Knauer.

Auch die Apotheken vor Ort finden kaum noch Mitarbeiter, die bereit sind für diese arbeitsintensive Tätigkeit auf eine Work-Life-Balance zu verzichten. Für viele ist die Apotheke bei Beschwerden die erste Anlaufstelle, weil sie dort qualifizierte Beratung erhalten. Auch die Konkurrenz durch geschickt werbende Versandapotheken erschwert den Apothekern die Arbeit und das wirkt sich folglich negativ für den Kunden aus, sagt Thomas Rochell, als Sprecher des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe.

Im Bereich der ambulanten Pflege ist niemand mehr bereit für den Mindestlohn zu arbeiten. Die hohe Belastung, die der Dienst mit sich bringt, führt zu Ausfällen beim Personal. Da der Zivildienst abgeschafft wurde, kann man nur auf Absolventen eines Freiwilligen Sozialen Jahres hoffen. Vorgeschlagen wird darum schon in den Schulen zu werben und Praktika anzubieten. Die Spezialisierung innerhalb des Berufsfeldes aber auch die Anerkennung der Pflegeberufe könnten deutliche Verbesserungen bringen. Durch den hohen bürokratischen Aufwand der Dokumentation geht viel Zeit für die eigentliche Pflege und Betreuung verloren, berichtet Corina Warnecke sehr anschaulich aus Ihrem Berufsalltag.

Angesprochen auf diese Punkte antwortet Christian Haase, dass die Probleme bekannt seien und daher im aktuellen Koalitionsvertrag behandelt werden. Mehr Mediziner mit besserer Bezahlung in den ländlichen Raum zu bringen sei das Ziel der Regierung. Er sieht die Digitalisierung dieses Bereiches als wichtigen Schritt an, ebenso die Förderung des Studiengangs Medizin an der Hochschule OWL. Darüber hinaus stellt er das Modellprojekt der Ambulantien vor und betont wie wichtig die angestrebte Zusammenarbeit von allen Rettungsdiensten sei, die im Notfall gezielt und unabhängig vom Krankenhaus eingesetzt werden könnten.

Insgesamt war der gelungene Abend, durch den die beiden CDU Frauen Linnea Schrader und Viola Wellsow geführt haben, geprägt von einem interessanten und intensiven Gedankenaustausch, auch mit den Gästen, unter denen, neben den interessierten Bürgerinnen und Bürgern auch der Kreisdirektor Klaus Schumacher war.  

Foto: FU

 

 

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