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Mittwoch, 13. Dezember 2017 13:22 Uhr

Digitalsucht stand im Mittelpunkt

Mit dem Forum Sucht ist jetzt ein Selbsthilfe- und Diskussionskreis für Angehörige von Suchtgefährdeten und Abhängigkeitserkrankten im evangelischen Gemeindehaus in Willebadessen ins Leben gerufen worden. Symbolfoto: Pixabay

Willebadessen (red). Mit dem Forum Sucht ist jetzt ein Selbsthilfe- und Diskussionskreis für Angehörige von Suchtgefährdeten und Abhängigkeitserkrankten im evangelischen Gemeindehaus in Willebadessen ins Leben gerufen worden. Unter der Maßgabe, dass bundesweit mehr als 35 Millionen Menschen, ob nun als Ehepartner, Lebensgefährten, Eltern, Kinder, enge Freunde und Arbeitskollegen von den Auswirkungen von Suchterkrankungen betroffen sind – sie gelten als sogenannte Mitbetroffene – will diese Gemeinschaft ein regionaler Ansprech- und Diskussionspartner für diese bisher vernachlässigte Bevölkerungsgruppe sein.

„Trinkt mein Partner übermäßig Alkohol?“, „Sind für meine Ehefrau Medikamente mehr als das tägliche Brot?“, „Raucht mein Sohn heimlich Cannabis?“, „Trägt mein Mann immer mehr Geld in die öffentliche Spielhalle?“, „Was macht der schon beinahe erwachsene Nachwuchs nächtelang am Computer?“, sind Fragen, die die Mitbetroffenen beschäftigen. Dabei geht es nicht – wie zu vermuten ist – vorrangig um die Auswirkungen der Volksdroge Alkohol. Die Heranwachsenden „zocken“ in immer mehr Fällen tage- und besonders nächtelang hinter verschlossenen Türen am Computer, so die Initiative in einer Pressemitteilung. Und den besorgten Familienmitgliedern bleibe bis zum bitteren Erwachen verborgen, ob der Junior nun „nur“ um virtuelles Geld spiele oder bereits mit der Crypto-Währung Bitcoins, die erstmal für echte Euros gekauft werden müssen.

Noch realer sei der Ehepartner, der als heimlicher Trader ein wenig die öffentlich bekannt gewordene Sucht des Uli Höneß kopiere. Da stehe dann außer einem gedeihlichen Familienleben auch schon mal die gesamte familiäre Existenz mit Haus und Hof auf dem Spiel. Und während akut Suchterkrankte in Krankenhäusern, Beratungsstellen und fachlichen Therapieeinrichtungen auf ein breites Angebot professioneller Hilfen zurückgreifen könnten, fehlten den Mitbetroffenen bisher jegliche Instrumentarien beim Umgang mit Abhängigkeitserkrankten und Gefährdeten.

Das Forum Sucht will diese Lücke als überörtlicher Anbieter schließen. Schwerpunkte der zukünftigen Arbeit sollen sein: Grundsätzliche Informationen über Suchtsymptome von Suchterkrankungen, Sensibilisierung der Mitbetroffenen bei Gefährdeten, Erfahrungsaustausch beim bisherigen Umgang mit Abhängigkeitserkrankungen und als besondere Serviceleistung das Organisieren von professionellen Hilfen für Angehörige. Der überörtliche Charakter des neuen Angebots an der Langen Wiese in Willebadessen war auch an den Wohnorten der bei der Startversammlung Erschienen abzulesen: Es wurden Besucher aus Warburg, Bad Driburg, Steinheim und Willebadessen gesichtet. Forum Sucht ist eine Initiative des gemeinnützigen SELBST.HILFE.SUCHT. e.V. Willebadessen. Weitere Informationen unter 0157-89728623 und Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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